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    Kolumbien 2011
 

Ein persönlicher Blick auf ein Land im Umbruch

Kolumbien hat sich binnen Kürze von einem Staat am Abgrund zu einem der bevorzugten Zielländer für ausländische Investoren entwickelt. Die Großstädte Bogotá, Cali, Medellín, Barranquilla und Cartagena boomen, Wirtschaft und Währung zeigen sich in diesen Tagen, in denen selbst große Volkswirtschaften angeschlagen wirken, außerordentlich robust, und die Tourismuszahlen haben sich seit 2003 verdreifacht. Aber auf dem Land müssen die tiefen Wunden, die der bewaffnete Konflikt über die Jahrzehnte geschlagen hat, erst noch heilen.

Noch operiert die FARC in 246 der 1120 Municipios und hat 12.000 Männer und Frauen unter Waffen. Kriminelle Banden haben in einigen Regionen die Nachfolge der offiziell entwaffneten und aufgelösten paramilitärischen Verbände angetreten. Erst vor kurzem hat die Regierung eingeräumt, dass im Land ein bewaffneter Konflikt tobt. Am ehesten ermessen lässt sich der brutale Landverteilungskampf in nackten Zahlen. Kolumbien hat zwischen 3,5 -5 Mio. Binnenvertriebene (Acnur, 2011) und damit beinahe so viele wie der Sudan zu beklagen.

Verteilt über das ganze Land leben über 87 indigene Völker und Gemeinschaften, 34 von Ihnen, wie die Nukak Maku sind vom gewaltsamen Verschwinden bedroht. Ein jüngst beschlossenes Opferschutzgesetz soll den schätzungsweise 450.000 Vertriebenenfamilien nun dabei helfen, ihr geraubtes Land zurückzuerhalten.

Bild und Text copyright by Frank Semper, Sebra-Verlag 2011